Gestern war mir morgens so richtig langweilig, und ich stöberte das Internet nach möglichen Tips durch, wie ich meine Küche wieder mal ins totale Chaos stürzen könnte. Und siehe da, ich wurde fündig, ich stieß nämlich auf ein Rezept, Seitan selbst herzustellen! 
Seitan kenne ich nur abgepackt aus dem Asia-Markt, wo ein 200 g Päckchen locker um die 4 Euro kostete; gekauft habe ich es daher also nie, und hatte auch keine Ahnung, wie das denn schmeckt. Wer Seitan nicht kennt: das ist ein Produkt aus reinem Weizeneiweiß (Gluten), das durch langes Kochen und Einlegen in einen würzigen Sud eine fleischähnliche Konsistenz bekommt, und bei Vegetariern als Fleischersatz sehr beliebt ist. Das Wort kommt ursprünglich wohl aus dem japanischen und wurde vom japanischen Erfinder der Makrobiotik, Georges Oshawa, auch im Westen bekannt gemacht. Trotz seinen japanischen Wurzeln ist Seitan eher in China populär, in Japan verwendet man eher das ähnliche, aber ganz anders zubereitete Weizengluten “Fu”. Hier gibt´s noch einige Infos mehr dazu.
So, jedenfalls soll dieses Seitan sehr gesund sein, da es voller gesundem Eiweiß steckt, null Cholesterin aufweist und praktisch kein Fett enthält. Ist mal etwas anderes als Tofu oder Sojaschnetzel! Auf die Konistenz war ich ja total gespannt, und machte mich in der Küche ans Werkeln. Und es ist auch gar nicht schwierig; selbstgemachte Gnocchi zu machen oder selbstgemachtes Toastbrot ist ähnlich viel Arbeit. 
Man gewinnt das reine Gluten aus Weizenmehl, indem man einen Teig aus Wasser und dem Mehl herstellt, und diesen in lauwarmen Wasser kräftig knetet und immer wieder das Wasser mit unterschiedlichen Temperaturen auswechselt, bis das Wasser recht klar ist, und alle Stärke herausgewaschen wurde. Die Konsistenz war total interessant, am Ende war es wie ein Gummiball, und hatte Stränge, so wie Putenfleisch in etwa!! In Stücke geschnitten, kocht der Seitan dann in einem würzigen Sud, den man je nach späterem Verwendungszweck nach Belieben würzt. Da ich schon länger wieder Lust auf ein gutes altbürgerliches österreichisches Gulasch hatte, würzte ich meinen Sud gleich mit Paprikapulver, Pfeffer, Pfefferoni, Zitronenschalen, Zucker, Lorbeerblättern und getrocknetem Majoran. So, jetzt aber zum Rezept: 